Aufnahme aus der Vogelperspektive auf den Ort Hochacht mit mehreren Häusern entlang einer Straße, umgeben von Wiesen und Feldern. Im Hintergrund bewaldete Hügel unter teils bewölktem Himmel.

Hochacht

- ein Ort mit Geschichte und Charakter

Hochacht

Hochacht

- ein Ort mit Geschichte und Charakter

Hochacht ist ein idyllischer Ortsteil der Gemeinde Kaltenborn in der Verbandsgemeinde Adenau, Kreis Ahrweiler. Der kleine Wohnplatz liegt entlang der Höhenstraße – einer einzigen Straße, die von Wohnhäusern gesäumt ist.

In den 1930er Jahren war Hochacht unter dem Spitznamen „Kaninchenfarm“ bekannt. Damals wurden hier Angorakaninchen gezüchtet, deren Fell für Uniformen der Wehrmacht verwendet wurde. In dieser Zeit entstand auch die Höhenstraße, die bis heute das Herzstück des Ortes bildet – die Kaninchenställe hingegen sind längst Geschichte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Vertriebene aus dem Ermland in Ostpreußen in Hochacht eine neue Heimat. Ihre Nachkommen leben noch heute hier und pflegen die Erinnerung an ihre Wurzeln. Ein metallenes Kreuz aus dem Ermland erinnert an diese bewegte Vergangenheit.

Hochacht verbindet auf einzigartige Weise Natur, Geschichte und ländliche Ruhe – ein besonderer Ort mit Seele.

  • Geschichte von Hochacht

    Ein Beitrag von Kathrin Moschkau über die Pfadfinderhütte Hochacht

    Am Ende des Dorfes Hochacht liegt etwas abgelegen und versteckt im Wald die Pfadfinderhütte Hochacht. Dort sieht man des Öfteren Rauchschwaden gen Himmel steigen, man hört fröhliches Kinderlachen und riecht den feinen Duft deftiger Grillwürstchen. Manch ein Wanderer wird sich bereits gefragt haben, was dort wohl vor sich geht. Dies ist einfach zu beantworten: Die Adenauer Pfadfinder gehen vor sich. Über das Jahr hinweg finden viele Veranstaltungen auf der Hütte Hochacht statt. Mehrmals im Jahr kommen die einzelnen Kinder- und Jugendgruppen des Pfadfinderstammes Adenau hierher, um gemeinsam ein Wochenende mit Lagerfeuer, Würstchengrillen sowie Spiel und Spaß mit und in der Natur zu erleben. Es werden Baumhäuser gebaut, Baumscheiben verziert oder Geländespiele gespielt. Im Frühjahr führt die Försterin Bärbel Hohl die Kinder- und Jugendgruppen gerne durch den Wald und zeigt ihnen die kleinen und großen Wunder der Natur. Im Winter sind vor allem Schlittenfahrten und Schneeballschlachten bei Klein und Groß beliebt. Nicht nur für die kleinen Pfadfinder, sondern auch für die großen Pfadfinder des Stammes Adenau ist die Hütte Hochacht ein wichtiger Ort. So trifft man sich zum Beispiel, um von hier aus gemeinsam eine Wanderung anlässlich des alljährlichen Buß- und Bettagsgrillen zu begehen oder um gemeinsam Holz für die kalten Wintermonate einzulagern; hier werden Freizeiten geplant und durchgeführt, aber auch manch ein Geburtstag gebührend gefeiert. Zudem steht die kritische Auseinandersetzung mit Politik, Gesellschaft und Kirche auf dem Programm und füllt so manch eine lange Nacht. Aber nicht nur für die Pfadfinder des Stammes Adenau spielt die Hütte Hochacht eine wichtige Rolle im täglichen Vereinsleben. Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Bezirk Eifel Ahr nutzt sie immer wieder für regional übergreifende Stufentreffen sowie Freizeiten und Schulungen ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter. Ein Highlight dieser überregionalen Zusammenarbeit war sicherlich das Bezirkslager 2005 dessen Motto immer noch die Wände der Hütte zieren. Es wurde fünf Tage lang, zusammen mit fast 300 Kindern und Jugendlichen aus sieben Stämmen, ein gemeinsames Zeltlager veranstaltet, in dem der Liveauftritt einer Band am Abschlussabend sowie das große Lagerfeuer mit Allen nur einige Höhepunkte darstellten. Dass man aufgrund von Dauerregen nach dem ersten Tag knöcheltief im Schlamm versank, war da schnell vergessen. Bis vor drei Jahren fand alljährlich das sogenannte ‚Hüttenfest‘ statt. Das erste dieser Feste wurde 1968 anlässlich der Fertigstellung des Ausbaus der Hütte zur Freizeitstätte der katholischen Jugend Adenau veranstaltet. Denn ursprünglich wurde die Hütte Hochacht im Zweiten Weltkrieg im Bereich des damaligen Luftwaffengebietes gebaut und diente als Küchenbaracke einer Silberfuchs- und Angorafarm. Zur Zeit des Wiederaufbaus benötigte man die Hütte als Unterkunft für Flüchtlinge. Eigentlich sollte die Hütte dann schließlich zu Beginn der 60er Jahre abgerissen werden, doch aufgrund des damaligen vorherrschenden Gruppenraummangels der katholischen Jugend Adenau, kam man auf die Idee, diese zur Freizeitstätte auszubauen. Und auch nachdem die katholische Jugend sich 1978 der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg anschloss, wurde an, um und in der Hütte immer wieder einiges verändert und an die Anforderungen der Zeit angepasst. So kamen nach und nach angemessene Schlafräume für dreißig Personen hinzu, sowie ein modernes Bad, welches zum Leidwesen einiger hartgesottener alter Pfadfinder, sogar mit einer Dusche mit warmem Wasser ausgestattet wurde. In den nun fast 50 Jahren, in denen an und um der Hütte ehrenamtliche und pfadfinderische Kinder- und Jugendarbeit veranstaltet wird, hat sich an dieser, wie man sieht, einiges geändert, Aber eines ist immer gleichgeblieben: Die Freude und die tollen Erfahrungen, die zusammen an der Hütte gemacht wurden und noch hoffentlich lange gemacht werden.