Herschbach
– Klein, und voller Leben
Mitten in der Eifel liegt Herschbach – ein charmantes Dörfchen mit knapp 60 Einwohnern, das zur Ortsgemeinde Kaltenborn gehört. Das Wahrzeichen ist die Pfarrkirche St. Hippolyt, die nicht nur durch ihre Geschichte beeindruckt, sondern auch die älteste Glocke der Eifel beherbergt.
Doch Herschbach hat noch mehr zu bieten: Hier, wo sich Hirsch und Wildschwein „Gute Nacht“ sagen, ist das Dorfleben lebendig und herzlich. Gleich drei engagierte Vereine prägen das Miteinander: der Bürgerverein, der Karnevalsverein und teamgeiSt.Hippolyt, welcher sich liebevoll um den Erhalt der Kirche kümmert.
Das Herzstück des Dorfes ist das Dorfgemeinschaftshaus mit dem angrenzenden Spielplatz. Hier wird gefeiert, gelacht und zusammengekommen – ob bei der Kirmes zu Ehren des heiligen Hippolyt, beim Karnevalsumzug mit anschließender Feier oder beim gemütlichen Umtrunk nach dem St.-Martins-Fackelzug.
Geschichte von Herschbach
Erste Hinweise auf geschichtliche Spuren Herschbachs finden sich im Jahr 762. Peter Schug, von 1935 an der letzte Pastor in Herschbach vor der Aussiedlung 1938, schreibt in seinem Buch „Herschbach – Kreis Ahrweiler“ (Trier, 1938, S. 7 ff): „Am 10. Juli 762 schenkt der Frankenkönig Pippin dem eben gegründeten Kloster Prüm zur Errichtung eines Zweigklosters in Casloaca (Kesseling) einen Teil des Waldes Mellere, heute Denn genannt. In der beigegebenen Grenzbeschreibung werden große Teile der Pfarreien Kesseling, Niederheckenbach und Herschbach bestimmt. Als Grenze wird der Bach Kassel, dann die Halbach aufwärts bis zur Quelle (Nähe der Hohen Warte) … festgelegt. Dieser genannte Halbach ändert in Herschbach seinen Namen in Herschbach, später bei Weidenbach in Weidenbach.“ Schug beschäftigte sich anschließend mit der Frage, wann Herschbach besiedelt wurde. Es habe sicherlich schon in der damaligen Zeit eine Besiedlung auch in Herschbach gegeben, weil z. B. 893 auch die Siedlung Kranscheid, erwähnt wird, eine Wüstung auf der Berghöhe bei Weidenbach Richtung Denntal. Wenn dieses Kranscheid, das bis 1395 noch als Dorf bezeichnet wird, damals im Zusammenhang mit Kesseling erwähnt worden sei, „warum sollte nicht Herschbach um diese Zeit nicht auch wenigstens einzelne Wohnstätten gehabt haben? Geschlossene Dörfer waren damals sehr selten. Aber einzelne Siedlungen, die heute längst untergegangen sind, lagen im Bereich unserer Pfarrei noch drei: der Eulgenbachshof neben der Schafsbrücke; der Krumenhof in der Schenk; der Halbachshof, der gegen 1850 abgebrannt ist.“ (Schug 1938, S. 8). Herschbach gehörte bis 1802 500 Jahre lang in kirchlicher Beziehung zu Kesseling.
Nach Schug wurde Herschbach im Jahr 1486 im Teilungsvertrag der Erbschaft der Elisabeth von Brohl erwähnt („Dorf Hersbach by Nyderkaldenborn“), als es dem Herrn von Brohl zufiel. „Später im Besitz derer von Orsbeck dann derer von der Leyen, ist seit 1669 die Familie von Burgbrohl alleiniger Besitzer des Dorfes“ (Schug 1938, S. 9). Der Einmarsch der Franzosen setzte dem ein Ende. Der Ort zählte im Jahr 1709 57 Familien, eine für damalige Verhältnisse große Zahl. Durch mehrere große Brände (so z. B. 1690 und ca. 1767) erlitt Herschbach große Verluste und sei „total eingeäschert worden. Als die Franzosen 1794 von Trier aus einrückten und das linke Rheinufer besetzen, geriet Herschbach 20 Jahre lang unter französische Herrschaft. 1814 wurde auch das Rheinland von Napoleon befreit.
Im 1. Weltkrieg (1914 – 1918) fielen zahlreiche junge Männer aus Herschbach. Nachdem der Räumungsbefehl für die Errichtung eines Luftwaffenübungsplatzes gekommen war, erfolgte im Jahr 1938 die Räumung des Dorfes. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Herschbach nach und nach wieder von einzelnen Familien besiedelt, darunter einige Rückkehrer. Am 22.12.1982 zog der US Air Force-Pilot Roether (29) seine abstürzende Militärmaschine F-15 noch über Herschbach hinweg und verhinderte eine Katastrophe. Einige Tage später fand eine bewegende Trauerfeier in Herschbach für den verunglückten Piloten statt.
Bis heute ist Herschbach die kleinste Pfarrei im Bistum Trier.
